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Tattoo Jahresarbeit


Tattoos und dauerhafter
Körperschmuck-Einst und Jetzt




von Carmen



Einleitung

Warum das Thema Tattoos?

Das Thema Tattoo und auch die dazu gehörenden Körperbemalungen haben mich schon immer fasziniert. Sicherlich spielt bei diesem Interesse auch meine Familiengeschichte eine wichtige Rolle. Meine Mutter ist Inhaberin und Chef- Tätowiererin eines erfolgreichen Tattoo und Lifestyle Studios. Seit meiner frühen Kindheit arbeitete ich aktiv im Unternehmen mit. Dabei hat mich nicht nur die Arbeitsweise des Tätowierens interessiert, sondern auch der persönliche Hintergrund der Kundschaft. Ich meine vor allem die verschiedensten Gründe, die die Leute haben, um zu uns zu kommen. Die Ursachen für die Entscheidung für ein Tattoo sind vielfältig. Ich spreche oft mit den Kunden über die Gründe und warum sie sich ein Tattoo machen lassen wollen. Die Gespräche führen meistens tief in das eigene Privatleben. Viele von den Personen kommen ins Studio um sich verschönern zu lassen. Für Andere wiederum hat es eine persönliche Bedeutung. Sie lassen sich oft die Namen ihrer Familienangehörigen, teilweise auch die ihrer Verstorbenen tätowieren. Eine große Gruppe sind Leute, die einem aktuellen Trend folgen. Meiner Erfahrung nach kommen die Menschen aus allen Schichten. Es ist egal, ob sie arm oder reich, jung oder alt sind. Aufgrund meiner persönlichen Gespräche mit den Kunden glaube ich, dass eine Motivbefragung “warum“ lasst man sich ein Tattoo stechen für die Arbeit sehr interessant sein könnte. Somit habe ich mich entschieden, das anhand eines Fragebogens zu machen. Dieser geht auf die speziellen Gründe der Kunden ein. Mir war es wichtig die Hintergründe zu hinterfragen und zu zeigen. Der Motivationsfragebogen ist dabei sehr einfach aufgebaut und dient dazu, innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Informationen zu sammeln.




Woher stammt das Wort „Tattoo“?

Im englischen heißt es Tattoo und es stammt aus dem Samoanischen. Das Wort selbst stammt vom englischen Biologen Josephs Banks, der Teilnehmer an der berühmten Weltreise von Kapitän Cook war und das Wort „Tatau“ der samoanischen Bezeichnung für Tätowierung ableitete. Das Wort bürgerte sich relativ schnell ein. Als Überbegriff bezeichnet es heute alle möglichen Arten und Formen der Körpertätowierung. Früher nannte man das Tätowieren auch „pricking“. Dies ist aber die etwas gröbere Beschreibung des Wortes. Die äußeren Hautschichten werden mit Nadeln oder anderen scharfen Instrumenten durchstochen und auf die Wunden werden dann Farbpigmente aufgebracht. Auf dieser Weise entsteht ein zusammengefügtes Bild. Es ist aber ein schmerzhafter und von seitens des Tätowierers ein äußerst präziser Vorgang. Meistens kommt es sehr auf die Geschicklichkeit des Künstlers und das Durchhaltevermögen des Kunden an. Während des 19. und bis in die erste Zeit des 20. Jahrhunderts wurde die westliche Tätowierung von Mustern geprägt. In Großbritannien gab es eine starke Verbindung zwischen tätowiert werden und dem Militär, besonders in der Marine. Seit den Zeiten von James Cook gab es sehr viele reisende Seeleute. Bei diesen war das Tätowieren üblich und es war eines der exotischen Souvenirs, die man haben konnte und mit nach Hause brachte.

Damals hieß das Tätowieren noch nicht tätowieren, sondern stechen, ritzen, schnitzen oder stechmalen. Die Prozedur war aber die gleiche. Die Menschen fügten sich Schnitte zu und rieben dann Holzkohle, farbige Erde oder Pflanzenteile in die Wunde. Manchmal gingen sie sogar noch weiter. Die Menschen schnitten sich Narben oder brannten sich Wunden in das Fleisch. Die dadurch entstandenen Hautbilder waren selten künstlerische Verzierungen. Diese „Tattoos“ galten als Schutz vor Geistern, als Ausdruck der Tapferkeit des Erwachsenseins oder als Beispiel besonderer Manneskraft, oder nur als Zeichen der Stammeszugehörigkeit.




Tattoos

Geschichte der Tattoos

Dauerhafte Körperbemalungen und Schmuck werden schon seit ewigen Zeiten von den unterschiedlichen Kulturen benutzt, um sich künstlerisch und sozial auszudrücken. Die Naturvölker vieler Kontinente praktizierten diese Form der Kunst schon seit tausenden von Jahren. Von den eher einfachen abstrakten Tattoo -Mustern der peruanischen Inkas bis zu den Stamm der Pazyryken, die in erster Linie Tiermotive verwendeten, gibt es viele Formen, Muster und Motive. Die Gründe und die Ursachen von Tätowierungen sind vielfältig. In den meisten Kulturen hatte der dauerhafte Körperschmuck eine große spirituelle Bedeutung. Der Träger des Tattoos versuchte mit dem dauerhaften Zeichen den Geistern und den Toten nahe zu sein. Viele Gründe haben sich bis heute nicht geändert. Auch in der heutigen Zeit haben Tätowierungen oft eine tiefe emotionale und spirituelle Bedeutung für den jeweiligen Träger




Chronologie

Altsteinzeit

Durch Funde und andere Anhaltspunkte können wir die Geschichte der Tattoos gut nachvollziehen. Schon auf dem Körper der berühmten Eis Mumie „Ötzi” fanden Wissenschaftler viele kleinere Tätowierungen. Er ist damit der älteste Beweis der dauerhaften Körperkunst auf einem menschlichen Körper. Aber schon 1000 Jahre vor „Ötzi“ hat man in Höhlenmalereien Abbildungen von tätowierten Menschen gefunden. In Deutschland wurde in einer Höhle bei Stadel eine geschnitzte Figur gefunden, die offensichtlich mit Tätowierungen geschmückt war. Diese Statuette wurde von der Wissenschaft auf 32000 Jahre geschätzt. Aber zurück zur ersten tätowierten Mumie. Wissenschaftler vermuten, dass neben der künstlerischen Verzierung „Ötzis“ auch andere Gründe eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Form und Anordnung seiner Tattoos deuten auf eine rituelle Verwendung hin. Er hatte 57 Tattoos an verschiedenen Stellen seines Körpers. Die nächsten brauchbaren Funde stammen aus dem alten Kulturland Ägypten. Auch hier sind die Funde Mumien von Männern und Frauen, die etwa aus dem Jahre 2000 vor Christus stammen. Gerade das alte Ägypten der Pharaonen kann als die Wiege der Tattoo- Kunst gelten. Historiker haben nachgewiesen, dass zur Zeit des mittleren Königreichs (ca. 2160-1994 v. Chr.) Tattoos unter der Bevölkerung weit verbreitet waren und nicht nur eine religiöse Bedeutung hatten. Die Tattoos wurden damals von den Leuten als normal angesehen und akzeptiert.




Antike (Rom und Griechenland)

Ursprünglich kannten die Griechen und die Römer Tätowierungen nur von den “Barbaren”, benachbarten Völkern, mit denen sie kriegerisch und wirtschaftlich in Kontakt kamen. Nach Griechenland kam die Körperkunst vor allem durch die Perser und verbreitete sich dann in das immer größer werdende römische Reich. Bei den Römern hatten die Tattoos anfangs erster Linie eine negative Bedeutung. So wurden hauptsächlich Verbrecher, entlaufene Sklaven und entlaufene Soldaten auf ihrer Stirn mit Tattoos gekennzeichnet. Das hatte den Grund, dass sie für jeden normalen Bürger als Übeltäter erkennbar sein sollten. Neben dieser negativen Bedeutung wurden die Tattoos in der späten Kaiserzeit bei den Soldaten beliebt. So berichtet der römische Geschichtsschreiber Vegetius, der im 4. Jhd. n. Chr. schrieb, dass Tattoos bei den Hilfstruppen, die am Hadrianwall eingesetzt waren, sehr beliebt waren.Andererseits stammen aus dieser Zeit die ersten konkreten Anleitungen, wie man Tätowierungen am besten entfernen sollte. Dies lag vor allem daran, dass von den meisten Tattoos als etwas Negatives wahrgenommen wurden. Der römische Arzt Aetius gibt in seinen Aufzeichnungen wieder, wie man eine dauerhafte Körperverzierung am besten entfernen kann.




Die Kelten

Die nördlichen und westlichen Nachbarn der Römer hatten dem gegenüber einen ganz anderen Zugang zu Tattoos. Besonders die Kelten brachten es bei der Kunst des Tätowierens zu einer hohen Perfektion. In der keltischen Kultur hatten die Körperverzierungen einen besonders hohen Stellenwert. Mit “Waid”, welches eine leuchtend blaue Farbe verursachte, wurde der ganze Körper geschmückt. Die keltischen Tattoos waren künstlerisch hochwertig und umfassten viele verschiedene Muster und Ornamente. Mit den Kelten verbreitete sich diese Tattoo- Kultur in ganz Westeuropa. Etwa 400 v. Chr kam dieser Brauch mit den keltischen Einwanderern auf die britischen Inseln. Dort erreichte besonders bei den Pikten die Kunst des Tätowierens ein hohes Niveau. Wie der Name schon sagt, bedeutet “Pikten” “die Bemalten”. Über sie berichtet Isidor von Seville im 6. Jahrhundert, dass diese kunstvolle Ornamente in die Haut stachen. Später wurden die Tattoos von den Schotten übernommen.




Afrika

In Afrika hat die Tätowierung und die Narbenkunst eine äußerst lange Geschichte. Die Menschen ließen sich aus den unterschiedlichsten Gründen tätowieren. Neben rituellen und religiösen Gründen spielten auch ästhetische Motive eine große Rolle. Die traditionellen afrikanischen Kulturen praktizierten bleibende Narben. Besonders Frauen wurden mit den Zeichen verziert, um ihre Fruchtbarkeit zu erhöhen. Teilweise wurde dabei der ganze Körper mit kleinen Narben, die Ornamente und Mustern ergaben geschmückt. Dieser Vorgang wurde meist in der Pubertät durchgeführt und bei der Geburt des ersten Kindes erneuert um die Tapferkeit der Frau bei der Geburt zu feiern.




Maori

Auch bei den Maoris in der Südsee sind Tattoos Teil der Alltagskultur. Die Körperverzierungen hatten dort einen besonders hohen Stellenwert, denn diese zeigten den sozialen Status des Trägers an. Buchstäblich alle freien Stammesangehörigen waren kunstvoll tätowiert. Die einzige Ausnahme bildeten Sklaven und Unfreie. In der Gesellschaft der Maoris waren auch bei Frauen die Tattoos weit verbreitet. Anders als beim Mann wählten die weiblichen Angehörigen des Stammes nur kleine und zierliche Tätowierungen, die nur einen kleinen Teil ihres Gesichtes bedeckten. Frauen, die ähnlich den Männern das ganze Gesicht verzierten, waren sehr selten. Meistens wurden nur die Lippen, die Mundpartie und das Kinn tätowiert. Anders bei den Männern, besonders bei den Kriegern und Adeligen war das ganze Gesicht mit bedeutungsvollen Tattoos bedeckt. Die furchterregenden Gesichtsverzierungen waren der ganze Stolz seines Trägers. Sie sollten auf den Gegner im Kampf erschreckend wirken und ihn bei Frauen interessant und attraktiv machen. Die Moko genannten Tätowierungen enthielten eine ganze Reihe von traditionellen Mustern und Ornamenten. Diese hatten sogar eigene Namen. Die Tattoos wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Geschickte Maori Stammesführer konnten die überlieferten Zeichen aus dem Gedächtnis tätowieren.




Tattoos in Europa

Erstmals kam die Kunst des Tätowierens am Ende des 18. Jahrhunderts durch Seeleute nach England. Die britischen Matrosen hatten auf ihren Reisen in die Südsee, besonders durch die Entdeckungsreisen von Captain Cook, die Technik kennen gelernt. Bei ihren Landaufenthalten ließen sich viele Seeleute tätowieren und sorgten auch schließlich in der Heimat für eine weitere Verbreitung der Tätowierung.




Tattoos bei den indianischen Kulturen in Amerika

Auch hier haben die Tattoos eine lange Tradition. Die Einheimischen verwendeten die Tattoos als Körperschmuck und als soziales Standes und Stammeszeichen seit tausenden von Jahren. Wie bei viele Naturvölker aus anderen Kontinenten hatten die Zeichen vielfältige Bedeutungen. Während einige zur Verschönerung des Trägers oder der Trägerin verwendet wurden, hatten andere eine tiefere Bedeutung. Einige Tattoos sollten einen magischen Einfluss auf den jeweiligen Menschen ausüben. Dafür gibt es bei vielen Stämmen zahlreiche Beispiele. Dabei ist die Form einfach. Viele der Tattoos bestehen aus simplen Linien und Punkten. Bei den indianischen Frauen aus Alaska sollten einfache Linien, die auf ihre Wangen tätowiert waren, ihre Fruchtbarkeit erhöhen und ihre ungeborenen Kinder vor bösen Geistern und anderen schlechten Einflüssen schützen. Generell trifft man bei den meisten indianischen Stämmen in Amerika dieses Thema an. Der dauerhafte Körperschmuck hat oft einen Bezug zur Geisterwelt und zum Jenseits. Der Träger dieser Verzierungen schützt sich vor negativen Einflüssen und versucht mit bestimmten Ornamenten und Mustern zusätzliche Stärke und andere Kräfte daraus zu ziehen. Es gab sogar Verzierungen, die Beutetiere anlocken sollten, oder auch solche, die den Krieger vor seinen Feinden schützten. Ein besonderes Beispiel stammt von einem Stamm aus Kanada. Die Nlakapamux, die am Thompson River siedeln, verzieren sich mit speziellen Ornamenten am Körper, die mit einem eingefärbten Zwirn und einer Nadel unter die Haut durchgezogen werden. Diese außergewöhnlichen Muster sollen dem Verzierten Mut, Stärke und sogar Liebe in der Ehe verschaffen. Daneben sollten die Stammesmitglieder vor einem vorzeitigem Tod und Krankheit geschützt werden. Das Besondere dabei war, dass diese Tattoos Schutzgeister für den Träger rufen sollten. Diese Technik mit Nadel und Faden ist heute größtenteils zusammen mit diesen Stämmen verschwunden. Nur noch wenige Indianergruppen verwenden bis heute noch diese Methode. Die Inuit in Kanada und einige kleine Stämme in Sibirien schmücken sich mit dieser alten Technik.




Die Stämme des hohen Nordens

Besonders die indianischen Bewohner der Arktis praktizieren die Kunst des Tätowierens seit über 2000 Jahren. Hierbei haben besonders die Frauen eine große Bedeutung. Die älteren und im Stamm angesehenen Frauen waren die Trägerinnen und gleichzeitig die Hüterinnen der Kunst des Tätowierens. Die Frauen hatten viel Erfahrungen mit dem Zerteilen und dem Weiterverarbeiten von den bei der Jagd erbeuteten Tieren. Diese Geschicklichkeit kam ihnen beim Tätowieren zu gute. In einer Kultur, die keine Schrift kannte, hatten die Tattoos neben spiritueller und ästhetischer Bedeutung eine andere wichtige Rolle. Sie teilten der Umgebung Botschaften und wichtige Ereignisse mit. Für die Inuit hatte der Erfolg bei der Jagd einen großen Stellenwert, davon hing das Überleben der Gruppe und des Stammes ab. So verwendeten die Jäger an der Mackenzie Küste Tattoos, um wichtige Ereignisse bei der Jagd zu verewigen. Ein tätowierter Streifen auf der Schulter bedeutete, dass der Jäger einen Wal getötet hatte. Dieser Brauch setzte sich auch im Krieg fort. Tötete ein Inuit Krieger einen Gegner, markierter er sein eigenes Gesicht mit einem schwarzen Streifen. Dies war im Stamm ein Ehrenzeichen. Der dauerhafte Körperschmuck spielte neben der Kleidung eine wichtige Rolle in der materiellen Kultur der Inuit.




19. Jahrhundert

In diesem Jahrhundert verbreitete sich die Körperkunst so weit, dass in jedem englischen Hafen mindestens ein Tattoo Studio seine künstlerischen Verzierungenanbot.




Herstellung von Tattoos

Einleitung

Schon seit langem verwenden Naturvölker in ihren Stammes und Volkskulturen Tätowierungen zur Verschönerung ihrer Körper, aber auch als Stammessymbol. Die Naturvölker kennen mehrere Methoden des Tätowierens. Eine weit verbreitete ist die Stichmethode. Diese wird folgendermaßen durchgeführt. Anhand eines speziellen Werkzeuges wird die Farbe direkt an vorher eingestochenen Hautstellen eingeführt und letztendlich eingerieben. Eine weitere wichtige Methode ist die Nähtätowierung. Hierbei wird mit einem nadelartigen Stab ein vorher eingefärbter Faden oder eine dünne Schnur durchgezogen. Die Rückstände innerhalb der Wunde verbleiben unter der Haut und sind als bleibende Verzierung sichtbar. Eine andere Art der Tätowiermethode ist das “Stechen” oder das so genannte “Springen”, das aber hauptsächlich von den japanischen Tätowierern verwendet wird. Eine neue Zeit des Tätowierens begann im Jahre 1891, als der Amerikaner Samuel O´Reilley die erste elektrische Tätowiermaschine erfand. Seine Idee war so ein Erfolg, dass die Maschine bis heute fast unverändert ist. O´Reilley verbesserte eine bestehende Maschine. Diese bestand im Großen und Ganzen aus einem hölzernen Handstück, an dem viele Nadeln angebracht waren. Ihm ging es hauptsächlich darum, den Vorgang des Tätowierens zu beschleunigen. Durch seine Erfindung wurde er berühmt und machte die Kunst des Tätowierens auch in den oberen Gesellschaftsschichten populär.




Verschiedene Techniken

Techniken der Maori Tätowierungen

Die Moko wurden mit verschiedensten Werkzeugen hergestellt. Die Instrumente bestanden aus Knochen, Muscheln und teilweise aus Metall. Die einem Meißel ähnlichen Geräte wurden dabei in die Farben getaucht, an die Haut angesetzt und mit einem kleinen Hammer hinein geklopft. Um die typischen Vernarbungen zu erzielen, sie waren nötig um den Verzierungen eine bestimmte Höhe zu geben, war es nötig das Instrument besonders tief in das Fleisch zu meißeln. Manchmal waren diese Schnitte so tief, dass sie durch die Wange durchgingen. Die Maoris hatten im Zusammenhang mit den Tattoos eine sehr seltsame Tradition. So wurden den getöteten Feinden die Köpfe abgehackt und diese tätowiert und als Trophäen aufbewahrt. Die Köpfe wurden in kunstvoll verzierten Holzboxen aufbewahrt.




Die Techniken der Dayak Tattoos

Die dabei verwendeten Werkzeuge waren sehr primitiv und einfach. Die Künstler der Dayak verwendeten mehrere stachelähnliche Nadeln aus Holz, auf denen jeweils eine geschwungene Spitze zu sehen war. In der Spitze waren vier kleine Nadeln eingefügt, über die die Farbe in die Haut injiziert wurde. Auch hier wurde ein kleiner Hammer verwendet, mit dem die Nadeln in die Haut geschlagen wurden. Die benutzten Farbstoffe waren vielfältig. Sie verwendeten Zuckerrohrsaft oder andere pflanzliche Farben.




Technik und Design bei den Naturvölkern

Die Tattoos wurden normalerweise aus dem Gedächtnis zuerst mit der Hand auf der Haut aufgezeichnet und danach mit Nadeln eingestochen. Die Farben und die Herkunft des Farbstoffes variierten von Gegend zu Gegend. Auf der Sankt Lorenz Insel verwendeten die Indianer eine Farbe, die sich aus Robbenöl und anderen gekochten Rückständen zusammensetzte. Dieser Paste wurden Urin und etwas Robbenöl beigemengt. Der Faden, in dem die „Farbe“ eingetunkt wurde, bestand aus besonders widerstandsfähiger Rentierhaut. Die Nadel, meistens war sie aus einem Stück Knochen, wurde knapp unterhalb der Haut eingestochen und über kleine Distanzen, meistens wenige Millimeter „durchgepiekst“. Dies wurde so oft wiederholt, bis das gewünschte Motiv entstand. Die Werkzeuge, die die meist weiblichen Tätowierer verwendeten, hatten einen hohen Stellenwert. Nur der Tätowierer durfte sie anfassen. Da die hygienischen Bedingungen der Behandlung und die Tattoo-Farbe nicht besonders gesund waren, kam es manchmal vor, dass eine tätowierte Person verstarb. Wenn dies passierte, wurden die betreffenden Werkzeuge mit dem Leichnam bestattet. Die in Form und Aussehen vielfältigen Tattoos bedeckten den Großteil des Körpers. In fast allen Stammesgruppen der Eskimos waren Frauen und Mädchen mit den verschiedensten Mustern und Ornamenten tätowiert. Die beliebtesten Stellen waren das Gesicht, ihre Arme und die Hüften, die mit meist linearen Verzierungen geschmückt waren. In den Tattoos wurden viele wichtige Ereignisse der diesseitigen und jenseitigen Welt verarbeitet. Auch die verschiedenen Altersstufen wurden mit speziellen Tattoos gekennzeichnet, so erhielten Frauen, die das gebärfähige Alter erreicht hatten, ein besonderes Tattoo, um sie zu schmücken. Dagegen waren abstrakte Muster und Ornamente bei den Inuit nur sehr selten zu finden.




Verbreitung der Tätowierungen

Die ersten Europäer, die mit den Maoris und ihrer bemerkenswerten Kultur in Kontakt traten, waren die Holländer. Der berühmte Entdecker Abel Tasman besuchte als Erster im Dezember 1642 Neuseeland. Der Besuch war aber nur kurz, weil er von Gewalt überschattet war. Die holländischen Seeleute traten zwar mit den Maoris in Kontakt, diese berichteten aber noch nichts von Tattoos. Es ist unwahrscheinlich, dass Tasman die kunstvollen Tätowierungen nicht erwähnt hätte, deshalb bleiben der Ursprung und die Geschichte der Moko im Dunkeln. Die Einheimischen berichteten in ihrer traditionellen Überlieferung auch nichts von Tattoos und deren Herkunft. Klar ist nur, dass die anfangs einfachen Ornamente und Muster mit der Zeit immer prächtiger und ausgefallener wurden. Das nächste wichtige Datum war das Jahr 1769, als Captain James Cook auf seiner berühmten Südseereise mit seinem Schiff „Endeavour“ als erster Europäer nach Tasman Neuseeland erreichte. Zum Zeitpunkt seiner Ankunft wurden die Moko schon verwendet. Seine Aufzeichnungen und besonders die schönen Skizzen und Zeichnungen sind ein eindrucksvoller Beweis. Die Maori selbst berichten, dass die ersten Siedler, die von Polynesien stammten, die Mokos vor allem für den Krieg verwendeten. Sie ließen sich deshalb tätowieren, damit sie sich das Gesicht nicht immer wieder für die Kriegszüge bemalen müssten. Ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts traten die Maori regelmäßig mit europäischen Handelsschiffen in Kontakt. 1814 trafen die ersten Missionare in Neuseeland ein, um den Einheimischen das Christentum zu bringen. Dadurch kam es zu ersten dauerhaften Kontakten, die kurz darauf dazu führten, dass ein Maori-Häuptling England besuchte. Der Hongi genannte Maori lernte den englischen König Georg den vierten kennen. Er wurde vor allem von der englischen Gesellschaft für seine Tattoos bewundert. Die Händler, die die Maoris besuchten, fanden bald an den prachtvollen Tattoos einen riesigen Gefallen. Dies führte dazu, dass viele Europäer sich während ihres Aufenthaltes auf den Inseln tätowieren ließen. Als Bezahlung für eine großflächige Gesichtstätowierung wurde dem Maori Tätowierer ein Gewehr mit Munition übergeben. Leider führte dieser Waffenhandel zu vermehrten Kämpfen zwischen den Stämmen. Die europäischen Händler verkauften diese tätowierten Köpfe an private Sammlungen und Museen. Dies hatte eine vermehrte Nachfrage zur Folge, die wiederum den Krieg zwischen den Stämmen anheizte. Schließlich gingen ihnen die Köpfe von Kriegern aus, sodass Köpfe von Sklaven und auch von Unfreien genommen wurden. Diese wurden dafür extra tätowiert. Die mumifizierten Köpfe waren auch bei bekannten Persönlichkeiten beliebt. Der britische General Horatio Robley hatte eine Sammlung von 35 Köpfen und verkaufte diese 1908 an die neuseeländische Regierung für 1.000 Pfund. Sogar Künstler waren an diesen Werken stark interessiert. Viele Maler, die Neuseeland bereisten, wählten die Maori und ihre furchterregenden Tattoos für ihre Werke als Motiv aus. Der Maler Gottfried Lindauer bereiste von 1873 an die neuseeländischen Inseln und schuf bis zum Ende des Jahrhunderts über 100 Portraits, in denen er Maorikrieger abbildete. Heute sind seine Werke in allen wichtigen Museen und Ausstellungen zu bewundern. Borneo und einige Inseln der indonesischen Inselgruppe sind Orte, wo traditionelle Tätowier-Techniken überlebt haben. Die Kunst des Tätowierens, das ist durch archäologische Funde und historische Quellen belegt, kann in diesem Raum auf eine 50.000 jährige Geschichte zurückblicken. Die einheimischen Stämme, bei denen die rituelle Tätowierung von großer Bedeutung war, werden unter dem Namen „Dajak“ zusammengefasst. Für die Dajak, die bis in neuere Zeit als Kopfjäger gefürchtet waren, hatten die Tattoos eine große gesellschaftliche und künstlerische Bedeutung. Das Hand Tattoo eines Dajaks gab über seine soziale Stellung Auskunft. Daneben hatte es in der Vorstellung dieser Menschen auch eine wichtige Funktion nach dem Tod des Trägers. Sie glaubten, dass die Seele von dem Tattoo durch die Dunkelheit über den Fluss des Todes ins Licht geführt wurde. Die meisten Tattoo-Muster und Verzierungen haben eine lange Geschichte. Sie werden nicht nur in Borneo, sondern auch auf der benachbarten Insel, zum Beispiel Java und Bali verwendet. Man glaubt, dass die Kunst des Tätowierens über Polynesien zu den Dajaks gekommen war. Noch heute sind bei den Stämmen die Tattoos bei Männern und Frauen sehr beliebt. Die Muster, die sie verwenden, sind zum Teil schon moderner gestaltet, trotzdem bevorzugen die meisten die originalen Ornamente. Die Motive zwischen den Geschlechtern sind dabei sehr verschieden. Die Männer verwendeten meistens einfache Zeichnungen. Eine tiefere Bedeutung hatten die Tattoos auf den Händen des Trägers. In früheren Zeiten, wenn ein junger Dajak Krieger einen Gegner im Kampf tötete, erhielt er auf den Fingern und auf seiner Hand spezielle Markierungen. Je nachdem, ob er den Gegner allein oder zusammen mit anderen getötet hatte, unterschied sich die Anzahl der tätowierten Finger. Bei Mithilfe wurde dem Dajak Krieger nur ein Finger markiert. Die Frauen der Dajak-Stämme wurden an den Unterarmen mit komplizierten und fortlaufenden Mustern tätowiert. Dieser dauerhafte Körperschmuck setzte sich über die Hüften bis unterhalb der Knie fort. Bei manchen wurden sogar die Fußsohlen tätowiert. Man kann sich vorstellen, dass der Prozess des Tätowierens bei einer Dajak-Frau langwierig war. Mit diesen Verzierungen wurde in den meisten Fällen in der Jugend begonnen. Mit zehn Jahren wurden dem Mädchen als erstes die Finger und der obere Teil der Füße tätowiert. Die Behandlung setzte sich in Etappen bis zu vier Jahren fort. Jede weibliche Person des Stammes war tätowiert, weil auch bei den Frauen die dauerhafte Körperbemalung den Weg ins Jenseits markierte.




Branding

Geschichte der Kennzeichnung
Auch das Branding hat eine Geschichte und eine lange Tradition in Europa. Schon während des Mittelalters wurde es im Volk als Glücksbringer verwendet. Ein beliebtes Motiv war das Einbrennen eines Posthorn, dem Hubertusschlüssel, der den Träger vor Unheil schützen sollte. Daneben wurde es auch als Kennzeichnung von Verbrechern verwendet. Ihnen wurde zur Erkennung ein allgemein bekanntes Symbol an einer sichtbaren Stelle, oft auf der Stirn eingebrannt. Auch während der nationalsozialistischen Zeit verwendeten die Nazis diese brutale Methode um ihre Opfer, in diesem Fall Juden, zu stigmatisieren. Heutzutage hat es wieder eine positive Bedeutung. Es wird als „trendiges“ Zeichen angesehen. Die Behandlung eines solchen Interessenten ist dabei sehr kompliziert und schmerzhaft. Besonders wichtig ist, dass beim Einbrennen der Narben Verbrennungen dritten Grades erreicht werden, da andernfalls keine „schönen“ Narben bleiben. Als wichtiger Grundsatz gilt, dass eine rasche Wundheilung die schönsten und ebenmäßigsten Narben erzeugt.




Permanent Make-Up damals und heute

Ursprung und Geschichte des Permanent Make-Ups
Der Ursprung des Permanent Make Up liegt in den frühen Hochkulturen. Im alten Ägypten beschäftigten sich die Einwohner schon 2000 Jahre vor dem Bau der Pyramiden mit dauerhafter Schminkmethode. Die schönheitsbewussten Ägypterinnen waren von dieser Methode begeistert, weil sie dadurch sehr viel Zeit sparten. Sie waren schön, ohne dass sie sich jeden Tag schminken mussten. Sie merkten bald, dass sie dadurch auf die Männer noch anziehender wirkten, da sie zu jedem Zeitpunkt schön waren. In Ägypten erreichte dieser Trend bald die obere Gesellschaft. Der Pharao selbst ließ sich auf diese Weise tätowieren, somit wurde dieser Brauch bald auch bei den Männern beliebt. Unabhängig von den Ägyptern entwickelte sich das Permanent Make-Up auch auf dem amerikanischen Kontinent. Die Indianischen Hochkulturen, der Majas, Inkas und Azteken kannte ebenfalls die dauerhafte Gesichtsschminke. Dort zeigte die Bemalung den sozialen und gesellschaftlichen Rang an. Daneben spielte die Religion eine große Rolle, in Verbindung mit Riten und anderen religiösen Handlungen wurde dieser Gesichtsschmuck an vielen Orten verwendet.

Das Permanent Make Up hat anders als man erwarten würde eine sehr lange Geschichte. Ursprünglich kommt diese Mode aus dem alten China. Die Gründe der Entwicklung des Permanent Make Up´s hatten biologische Gründe, denn die meisten Asiaten hatten nur eine schwach ausgeprägt Körperbehaarung. Bei vielen von ihnen waren Augenbrauen, Wimpern und der Bart fast nicht sichtbar. Um diesen Mangel beheben zu können halfen sie künstlich nach. Die Damen und Herren der höheren Gesellschaft ließen sich durch Diener mit Farbe die Augenbrauen nachzeichnen und zogen schwarze Lidstriche, um die Wimpern länger erscheinen zu lassen.

Technik früher und heute

Die Methode der Verschönerung ist erstmals vor 2000 Jahren entwickelt worden. Diese entwickelte sich mehr und mehr. Dabei haben sich aber die Werkzeuge in den letzten Jahrtausenden kaum verändert. Die Hauptmittel für die Erzeugung eines Permanent Make-Ups sind schlanke Bambusstäbchen. Diese haben eine Länge von etwa 20 cm und werden mit verschiedenen Farbstoffen eingesetzt. Die Farbe wird in einem Seidenzwirn, der um das Stäbchen gewickelt ist, gespeichert und mit einer Nadelspitze von 5 mm eingeritzt.

Heutzutage hat sich die Technik drastisch modernisiert. Wo früher Bambusstäbchen verwendet wurden, werden heute modernste Stechmaschinen benutzt. Das Prinzip funktioniert ähnlich, wie bei der Tätowierung, nur die Stechtiefe variiert. Während bei der Tätowierung bis zur Lederhaut gestochen wird, wird das Permanent Make-Up nur in die Oberhaut injiziert. Bei der Behandlung kommen hauchdünne Nadeln zum Einsatz, mit denen man mineralische oder synthetische Farbbestandteile bis in die oberste Hautschicht einbringt. Mit dieser Methode können viele „Schönheitsmakel“ und „Fehler“ behoben oder abgeschwächt werden. Bei Männer und Frauen können Haaransatz, Wimpern und Augenbrauen durch Nachfärbung voller und dichter wirken, aber auch in der Nachbehandlung von Schönheitsoperationen wird das Permanent Make-Up mit Erfolg eingesetzt. Beispielsweise nach einer Brustoperation werden hässliche Narben mit Hautfarbe abgedeckt. Aber das Permanent Make-Up hat nicht nur eine optische, sondern auch eine psychologische Wirkung. Bei vielen Trägerinnen ist der Anlassfall für dauerhaftes Make-Up ein Unfall oder eine schwere Operation. Durch die Verschönerung und durch das Abdecken von Narben und Verletzungen muss sich das Opfer optisch meistens nicht mehr an das traumatische Erlebnis erinnern.

Warum hat Permanent Make Up so einen schlechten Ruf?

Ich finde, dass sich die meisten Leute nicht bewusst sind, was ein falsch gemachtes Permanent Make-Up alles anstellen kann. Beispielsweise können nach kürzester Zeit psychische Probleme auftreten. Die anderen Leute lästern und behaupten, dass sie so auf gar keinen Fall ausschauen möchten, was ich auch verstehe. Haben Sie schon eine Dame auf der Straße mit einem verpfuschten Permanent Make-Up gesehen? 80% der Menschen würden mit „JA“ antworten. Ich sah schon einige mit dicken, schwarzen „Balken“ im Gesicht, die gar nicht zur Person passten. Nach diesen Geschehen breitet sich schon eine negative Mundpropaganda aus. Ich finde auch, dass manche Damen zu stürmisch sind und sich nicht ausreichend informieren über die Behandlung oder sie haben Zeitdruck und brauchen es am liebsten auf der Stelle und schon ist es dann geschehen. Man muss jedoch bedenken, dass wenn Studios sehr ausgebucht sind, dort meiner Meinung nach nur Profis am Werk sind. Mit langen Wartezeiten muss gerechnet werden.




Henna

Seitdem menschliche Kulturen existieren, gibt es Körperbemalung. Aus den verschiedensten Gründen schmückten sich schon die Naturvölker mit Farben und ¬-rituellen Narben. Einer der ältesten Nutzpflanze im Bereich des Färbens ist die Henna Pflanze. Diese stammte ursprünglich aus dem Vorderen Orient und verbreitete sich von dort aus weiter nach Westen und Osten. Henna war schon in alten Hochkulturen in Ägypten und Persien als dauerhaftes Färbemittel bekannt. Hergestellt wird dieses aus getrockneten und zerkleinerten Blättern. Durch chemische Prozesse entsteht letztendlich die fertige Farbe. Sie wurde früher vor allem zum Färben von Kleidung und Lederwaren, aber auch zur Körperbemalung benutzt. In einigen Ländern besonders auf den Arabischen Halbinseln wird Henna auch als beliebtes Haarfärbemittel verwendet.




Technik

Aufgrund der langen Verwendung von Hennafarbstoffen entwickelten sich besondere Techniken der Nutzung. Einer der wichtigsten Verwendungszwecke ist das Bemalen und damit auch Verschönern von Personen. Deswegen wird es sehr gerne bei Hochzeitsfeierlichkeiten und hier besonders zur Verschönerung der Braut eingesetzt. Ihre Hände, Füße und teilweise auch die Unterarme werden von geschickten Händen bemalt. Die Henna Bemalung ist eine Geduldsprobe, auch wenn der Künstler viel Erfahrung hat, dauert das im normalen Fall mehrere Stunden, bis so eine Sitzung beendet ist. Der Henna-Farbstoff, dieser ähnelt einer Paste, wird in einem Spritzsack gefüllt und über eine Tülle in Linien direkt auf die Haut aufgetragen. Die Linien werden von dem Künstler mit einem Holzstäbchen zu den ausgefallensten Mustern und Ornamenten gestaltet. Wenn der Henna-Künstler mit seinem Werk fertig ist, muss die behandelnde Person mindestens eine Stunde still sitzen, damit die Farbe richtig in die Haut einwirken kann. Der Kunde oder die Kundin darf sich hauptsächlich deswegen nicht bewegen, weil das Motiv sonst rissig werden würde. Die getrocknete Paste wird nach der Behandlung abgewaschen. Dabei ist aber zu beachten, dass man diese nicht reiben darf. Es gibt einen Behandlungstrick; um das beste Ergebnis zu erzielen, wird auf die Verzierung Babypuder vorsichtig nach dem Abwaschen auftragen.




Die positiven und negativen Aspekte der Henna Verwendung

Neben dem “Schönen” Henna gibt es auch einige gesundheitliche Aspekte, in denen sich die Henna-Pflanze positiv auswirkt. Schon seit langem setzt man die Henna Pflanze gegen eine Vielzahl von Hautkrankheiten ein. Sie hilft gegen und mildert sogar die Auswirkung von Pocken und Lepra, aber auch für alltäglichen Krankheiten und Beschwerden wird die Henna Pflanze als altes Hausmittel eingesetzt. Dazu gehören Brandwunden, Zahnfleischentzündungen und viele weitere. Neben diesen positiven Aspekten möchte ich auch auf einige Nachteile hinweisen. Einige Personen reagieren sehr heftig auf Henna-Produkte. Es ist mittlerweile ein richtiger Trend bei Teenies geworden, aber nicht nur die jüngere Generation kommt auf den Geschmack, sondern auch die Älteren. Es ist oft eine kurze und spontane Entscheidung. Dabei gibt es auch Probleme, die man beachten sollte. In vielen Touristenländern, vor allem am Strand bekommt man Henna. Man sollte aber generell wissen, was im diesen Henna enthalten ist. Denn es kann zu sehr starken Allergien kommen. Es kann im extremen Fall sogar zu dauerhaften Hautschäden kommen, was bei den Betroffenen oft auch zu psychischen Problemen führt. Bei Personen, die auf Henna oder dessen Inhaltsstoffe allergisch reagieren, treten als häufigste Merkmale Pigmentflecken auf. Gegen diese hellen Stellen auf der Haut hilft bei vielen nicht einmal mehr eine Laserbehandlung. Die einzige Lösung in diesem Fall wäre ein dauerhaftes Tattoo. Die daraus folgenden psychischen Probleme sind teilweise groß, da solche Flecken für jedermann sichtbar sind.




Ästhetik und Kunstform

Ein Aspekt war beim Tätowieren immer sehr wichtig, nämlich die Ästhetik und Schönheit der Verzierungen. Grundsätzlich unterscheidet sich die Größe der Tattoos bei den Geschlechtern meistens erheblich. Man kann sagen, dass Männer oft Motive wählen, die größere Teile ihres Körpers bedecken, während Frauen eher zu zierlichen und kleineren Motiven tendieren. Die Position des Tattoos ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Das starke Geschlecht bevorzugt meistens Ober und Unterarme und die Waden für ihre dauerhaften Körperverzierungen. Das weibliche Geschlecht dagegen tendiert zu Stellen wie beispielsweise Schulterblatt, Knöchel und Leiste. Die Form und das Motiv der Tätowierung unterscheiden sich stark vom Geschlecht der Trägerin oder des Trägers. Die Frauen, die trendig und modebewusst sind, wählen oft erotische und sinnliche Formen, die ihre Schönheit und Anmut symbolisieren sollen. Ihr Hauptziel ist, ihren Körper durch die Verzierungen zu verbessern. Ganz anders die männlichen Ziele, sie sehen die Tattoos als Mittel mit deren sie ihre Kraft, ihre Ausdauer und ihre Abgeklärtheit darstellen können.




Motivationsfragebogen

Was habe ich herausgefunden, warum sind Tätowierungen damals und heute so beliebt?

Im Zuge meiner Jahresarbeit haben sich für mich persönlich viele neue Aspekte und Informationen eröffnet. Meine Mutter ist die Inhaberin eines erfolgreichen Tätowier und Schönheitssalons und deshalb habe ich immer viel mit den Kunden und ihrer Motivation sich ein Tattoo stechen zu lassen, zu tun gehabt.

Obwohl ich also seit meiner frühen Kindheit mit dem Thema Tätowierung und dauerhaftem Körperschmuck zu tun hatte, war mir nicht bewusst wie umfangreich und kompliziert die Geschichte der Tattoos und die Motivation dahinter ist. Im Geschäft meiner Mutter standen natürlich hauptsächlich der Umgang mit den Kunden und deren Wünsche und weniger die Geschichte der Tattoos und die Herkunft der Motive im Vordergrund. Die technische und künstlerische Umsetzung konnte ich genau bei der Arbeit meiner Mutter beobachten. Besonders interessant waren die unterschiedlichen Gründe, die unsere Kunden dazu brachten sich letztendlich tätowieren zu lassen. Eines der interessantesten Erkenntnisse für mich war die unterschiedliche soziale Herkunft der Interessenten vom Arbeiter hin bis zum Manager. Im Laufe der Arbeit habe ich viele interessante und für mich total neue Erfahrungen machen können. Der von mir erstellte Fragebogen war dabei für meine Arbeit sehr hilfreich. Die einzelnen Fragen waren darauf abgestimmt so viel wie möglich über die Hintergründe und die Motivation, die zum Tattoo geführt haben, zu erfahren. Dabei war mir auch wichtig mehr über die Ängste und die Bedenken unserer Kunden zu erfahren. Meine Fragestellung war umfangreich: War es eine kurzfristige, oder eine wohlüberlegte Entscheidung? Was waren die Gründe für das lange Zögern? Wie hat das Umfeld auf die jeweilige Entscheidung reagiert, gab es kritische Stimmen? Neben vielen anderen Einflüssen, etwa Trend/Mode war es mir wichtig auch etwas über einen besonders wichtigen Aspekt beim Tätowieren zu schreiben: Die Schmerzen. Bei der Befragung stellte sich heraus dass für viele die Angst vor Schmerzen ein wesentlicher Grund war so lange zu zögern. Darum habe ich bei jedem Fragebogen eine Schmerzskala angeführt, die das individuelle Schmerzempfinden der Kunden darstellen sollte. Ich habe die Skala von eins (fast keine Schmerzen) bis zehn (starke Schmerzen) gegliedert. Es ergaben sich sehr interessante Ergebnisse, die ich bei dem beigefügten Motivationsfragebogen näher beschreiben möchte.

Ein total neues Feld eröffnete sich für mich mit der Beschäftigung der Geschichte und Herkunft von Tätowierungen. Mir war nie bewusst, dass der dauerhafte Körperschmuck eine so lange geschichtliche und kulturelle Bedeutung hat. Besonders hat mich die Verwendung der Tattoos als soziale Kennzeichnung und als Statussymbol fasziniert. Zum Beispiel das viele eingeborene Stämme in Afrika und Asien mit ihren Tätowierungen Geschichten über ihre Taten im Leben und im Krieg erzählen. Trotz einfachster Möglichkeiten gelang es den Naturvölkern künstlerisch hochwertige Tätowierungen herzustellen. Anders als heute hatten sie damals keine technischen Hilfsmittel und mussten mit primitivsten Werkzeugen zurechtkommen.




Meine persönliche Einstellung zum dauerhaften Körperschmuck

Tattoos:

Die meisten Menschen heutzutage denken gleich negativ über Tattoos, wenn diese fremde Personen auf der Straße mit vielen Tätowierungen auf deren Körpern sehen. Die Leute mit vielen Tattoos stechen automatisch aus der Menschenmenge heraus, weil sie dadurch einfach anders aussehen. Die Tattoos geben meistens auch Informationen, wer diese Menschen auch wirklich sind. Die Träger von Tätowierungen scheuen sich nicht, die Motive oder Symbole herzuzeigen. Der dauerhafte Körperschmuck soll andere wissen lassen, wer sie sind und wofür sie stehen. Manche Leute glauben sofort, wenn sie einen Tätowierten zum Beispiel mit einem Totenkopf sehen, dass er oder sie ein Krimineller oder Kriminelle ist. Hinter einem derartigen Motiv gibt es eine große Wahrscheinlichkeit, dass es auch etwas für den Träger bedeutet. Viele glauben auch, dass der Träger oder die Trägerin eines Tattoos in einem „Käfig“ gefangen sind, aber ich finde, dass dem nicht so ist. Diese Leute drücken ihre Gefühle oder ihre Lebensgeschichte auf ihren Körpern aus und können so auch zum Beispiel eine schlimme Zeit oder einen Tiefpunkt im Leben verarbeiten oder zum Ausdruck bringen. Es kann auch sein, dass ein Tattoo für etwas steht, woran sie stark glauben oder sie zeigen, dass sie zu einer bestimmten Gruppe dazu gehören. Ich finde, dass hinter jedem Tattoo eine besondere Bedeutung steht. Ich finde, dass die Tattoos in den letzten Jahren einen besseren Ruf bekommen und an Beliebtheit auch zugenommen haben. Im Gegensatz zu früher entscheiden sich immer mehr Leute für ein Tattoo.




Branding

Tattoos :Zwischen Macht Status und Magie

Magie:

Die ältesten je gefundenen Tattoos stammen von der Gletscherleiche „Ötzi“, die 1991 in den Alpen entdeckt wurde. Der über 5000 Jahre alte „Ötzi“ bewies, dass die Menschen der Jungsteinzeit ihre Körper nicht nur aus Schönheitsgründen mit Zeichen und Mustern schmückten. Ursprünglich hatten die Tätowierungen eine tiefere Bedeutung, in vielen vormodernen Stammesgesellschaften waren sie Teil der religiösen Praxis. Bei magischen Ritualen und Beschwörungen spielten sie bis in die heutige Zeit eine große Rolle. Die tätowierten Symbole verbanden dabei den Träger mit der nicht sichtbaren Geister-und Schattenwelt. Neben der spirituellen Verbindung sollten diese magischen Zeichen die Menschen vor Bösem schützen. Diese Art eines magischen Talismans war vor der europäischen Kolonialzeit bei den meisten Inselkulturen der Polynesier und Melanesier verbreitet. Mit den Einflüssen der modernen Welt verloren die Tattoos langsam ihre rituelle und religiöse Wichtigkeit. Dagegen konnten sich in einigen Regionen Südostasiens viele naturreligiöse Gewohnheiten erhalten. In Burma ist es nach wie vor üblich sich mit einem magischen Talisman zu schmücken. Die „Nats“ genannten Schutzgeister sind dabei als Motiv sehr beliebt. Auch die Handlung des Tätowierens hat eine wichtige rituelle Bedeutung. Sie wird mit den traditionellen Werkzeugen ausgeführt und hat damit eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Diese Wichtigkeit des Tätowierens als Zugehörigkeit und Rangsymbol kann man bei vielen Kulturen beobachten. So etwa in Papua-Neuguinea, wo die Traditionen der alten Stammeskulturen noch immer sehr stark verankert sind, wird das Tätowieren als religiöse Handlung weitergeführt. Bei den Maoris in Neuseeland hat die Kunst des dauerhaften Körperschmuckes nach langer Vernachlässigung eine wahre Wiedergeburt erlebt. Dort stellt neben kulturellen Gründen die Verwendung der alten Symbole und Muster eine sichtbare Identifikation mit dem alten Maori-Erbe dar.




Interview:

Im Rahmen meiner Jahresarbeit habe ich über 20 Personen zum Thema Tätowierungen befragt. Diese Befragung erfolgte im Rahmen von einem von mir erstellten Fragebogen. Da die Darstellung aller Befragungen zu umfangreich für diese Arbeit wäre, habe ich eine Person ausgewählt, deren Fragen und Antworten ich stellvertretend angebe.

Interviewer(Ich): Warum hast du dir dein Tattoo stechen lassen?

Linda: Kurz gesagt. Mich hat diese Art des Körperschmucks immer interessiert und ich finde, dass ich mein Motiv gut gewählt habe. Es passt zu mir.

I: Wie bist du zu diesem Motiv gekommen?

L:Mein Tattoo Motiv hat keine tiefere Bedeutung. Das Muster und die Libelle, die ich mir ausgesucht habe, haben mir irrsinnig gut gefallen.

I: Ich finde auch, dass es dir gut steht.

L: Mir war es wichtig, dass ich ein individuelles Motiv wähle, das auch nicht jeder hat. Es sollte einfach zu mir passen.

I: Wie hat deine Umgebung darauf reagiert?

L: Gut, dass du das fragst, denn die Reaktionen waren unterschiedlich. Meinen Eltern hatten zum Glück nichts dagegen, aber nicht all meinen Freunden gefiel die Idee.

I: Wie haben sie reagiert?

L: Besonders eine Freundin wollte mich von meiner Entscheidung abbringen. Sie hat gemeint ich sollte bedenken, dass ich mit dem Tattoo ein ganzes Leben lang leben muss.

I: Aber du hast dich mit deiner Entscheidung durch gesetzt?

L: Ja, denn ich habe mir die ganze Sache lange überlegt und es war für mich die richtige Entscheidung.

I: Danke für das nette Gespräch.

Meine Gedanken:

Die Interviews waren für mich der interessanteste Teil der Arbeit. Ich habe mit vielen und teilweise mit sehr verschiedenen Charakteren zu tun gehabt und habe interessante neue Einblicke in das Thema gewonnen. Manchmal waren diese Befragungen sehr emotional, denn viele Menschen die sich tätowieren lassen, wählen Motive, die sie an lebende oder tote Menschen erinnern. Für mich war es interessant zu sehen, dass Tattoos eine enorme gefühlsmäßige Kraft entwickeln können. Viele Menschen empfinden die heutige Gesellschaft sehr einengend und geregelt. Für die meisten Leute bedeutet ein dauerhafter Körperschmuck nicht nur einfach die Kennzeichnung ihrer Haut, sondern eine Botschaft an die manchmal sehr einheitliche Gesellschaft. Damit heben sich die Träger und die Trägerinnen eines Tattoos von der Menschenmenge ab. Sie nehmen damit aber auch viele Probleme in Kauf. Bei meinen Gesprächen hörte ich oft Beschwerden über das mangelnde Verständnis von Arbeitgebern und Arbeitskollegen. Durch den Fragebogen fand ich auch heraus, dass das Schmerzempfinden von Kunden sehr unterschiedlich war. Diejenigen, die fest von der Motivwahl überzeugt waren, hatten viel weniger Schmerzen, als diejenigen, die bis zuletzt sehr unschlüssig waren. Letztendlich war es aber für alle Befragten ein befreiendes Gefühl als der letzte Stich zu Ende war. Sehr problematisch war für mich die Erkenntnis, dass auch Tätowierungen zu einer Sucht führen können. Durch dieses befreiende Gefühl, das Tattoos bei manchen Leuten auslösen kommt es bei vielen zu einem Suchtverhalten. Sie suchen sich immer mehr und in meisten Fällen bleibt es nicht bei einem Tattoo.

Anders ist es aber bei Jugendlichen. Dort ist die Motivation eine ganz andere, nämlich die Anerkennung und die Auszeichnung im Freundeskreis. Während meiner Gespräche konnte ich bei vielen so etwas wie Stolz auf deren Tattoos spüren. Für einige Jugendliche war es auch wie eine Mutprobe, mit der Tätowierung wollten sie ihre Coolness und ihren Rang in der Gruppe erhalten. Ich glaube, dass die Gruppendynamik bei manchen die treibende Kraft hinter der Entscheidung für ein Tattoo war. Wichtige Personen sind in einer Jugendgruppe oft so etwas wie „Trendmacher“. Die „Alpha“ Person gibt den Trend vor und alle anderen folgen ihm oder ihr. Das ist aber meiner Meinung nach kein guter Grund für ein Tattoo.

Gedanken zu meiner Arbeit

Ich muss zugeben, dass ich die Jahresarbeit anfangs ein wenig unterschätzt habe. Zu Beginn glaubte ich genug über das Thema Tätowierung zu wissen. Seitdem ich ein kleines Kind bin habe ich im Betrieb meiner Mutter, einem Schönheitssalon und Tätowier Studio, immer mitgearbeitet. Daher wusste ich über die Technik, dem Verlauf einer Behandlung und über die vielen Kleinigkeiten, die für ein Tattoo wichtig sind Bescheid. Im Laufe des Projektes habe ich langsam erkannt, dass das Thema größer und vielfältiger. Zum Beispiel dachte ich, dass sich die meisten Menschen hauptsächlich aus ästhetischen Gründen, weil sie Tattoos schön finden, so verschönern ließen. Bei meiner Recherche konnte ich für mich viele neue Fakten heraus finden. So war es für mich eine Überraschung zu erfahren, dass die Kunst des Körperschmucks eine tausendjährige Geschichte und Tradition hat. Weiters war sehr interessant, dass das Tätowieren auf dem ganzen Erdball verbreitet ist. Die Gründe sich für ein Tattoo zu entscheiden waren damals anders als heutzutage. Während es heute ein moderner Trend ist, der bei allen Schichten der Gesellschaft gut ankommt, hatte es früher eine tiefere Bedeutung. Spannend war für mich das Tätowierungen eine Kennzeichnung war, um sich im Stamm oder in der frühen Gesellschaft zu Recht zu finden. Der Träger gab mit seinen dauerhaften Verzierungen viele persönliche Informationen zu seinem Status und seinem gesellschaftlichen Hintergrund. In manchen Kulturen hatten Tätowierungen in etwa den gleichen Stellenwert, wie in Österreich die Trachtenkleider (Dirndl), nur das die gesellschaftlichen Informationen dort dauerhaft auf der Haut gekennzeichnet waren.



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